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Helgoländer Hummer
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HINTERGRUND

Rückgang der Helgoländer Hummerpopulation:

In den 30er Jahren wurden Spitzenfangzahlen von bis zu 80.000 Helgoländer Hummern erreicht. Nach dem 2.Weltkrieg gab es einen Ertragseinbruch, in den 60er Jahren wurden dann nur noch rund 5.000 Tiere gefangen. Von 1980 bis heute werden jährlich nur noch wenige hundert marktreife Hummer angelandet.


Ursachen des Rückgangs:

Die möglichen Rückgangsursachen liegen in der Kombination unterschiedlicher Faktoren:
- Zerstörung des Habitats während und nach dem 2. Weltkrieg durch die Bombardierung Helgolands.
- Aufgrund fehlender Kontrollen nach dem Krieg fand ein starker Fischereidruck auch auf eiertragende Weibchen und untermaßige Hummer statt.
- Erhöhte Konzentrationen von Erdölkohlenwasserstoffen in den 60er Jahren in der Nordsee. Diese Chemikalien können das Paarungsverhalten der Hummer negativ beeinflussen.

Statistik
Statistik

Schonmaßnahmen:

Die Mindestfanggröße liegt bei 11 cm Carapaxlänge (Länge des Brustpanzers). Hierdurch wird gesichert, dass die Tiere sich bis dahin bereits ein- bis zweimal reproduzieren konnten. Eiertragende Weibchen stehen gänzlich unter Naturschutz und dürfen nicht vermarktet werden. Gegen Ende des Sommers ist eine Schonzeit von 1.5 Monaten festgelegt, in der keine Hummer angelandet werden dürfen. In diesem Zeitraum findet die Häutung der Weibchen mit anschließender Befruchtung statt.
Trotz dieser Schonmaßnahmen und besserer Wasserqualität in der Nordsee ist keine signifikante Zunahme der Fänge zu beobachten. Offenbar ist die Hummerpopulation so klein geworden, dass sie sich nicht mehr aus sich selbst rekrutieren kann. Zusätzlich könnte die Temperaturerhöhung in der Nordsee die Reproduktionszyklen der Weibchen beeinflussen und somit die Rekrutierung eines bereits limitierten Bestandes erschweren.

Hummerprojekt:

Zwecks einer möglichen Wiederaufstockungsmaßnahme, fördert das Land Schleswig-Holstein seit 1997 über Fischereiabgaben ein Projekt über einen Zeitraum von 10 Jahren. Voraussetzung für eine Aufstockung der Hummerpopulation um Helgoland ist eine relative Standorttreue der Tiere. Der Helgoländer Hummer ist nach einer populationsgenetischen Untersuchung von Iris Ulrich genetisch von anderen Hummerpopulationen zu unterscheiden, d.h., es handelt sich hierbei um einen eigenen Bestand. Eine geringe Zu- und Abwanderung kann natürlich nicht ausgeschlossen werden. Zusätzlich bestätigten wiedergefangene, markierte Tiere, die um das Jahr 2000 von Folke Mehrtens ausgesetzt wurden, eine gewisse Standorttreue um Helgoland. Eine Wiederaufstockung der Population im Größenbereich von zehntausenden Exemplaren über mehrere Jahre, könnte dem Bestand helfen, sich wieder zu erholen.

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